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Dankesmail nach der Schnupperlehre oder dem Vorstellungsgespräch: Eine oft ungenutze Chance

  • Autorenbild: Remo Zürcher
    Remo Zürcher
  • 9. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. Mai

Nach einer Schnupperlehre oder einem Vorstellungsgespräch für eine Lehrstelle fällt häufig eine grosse Anspannung ab. Der Einblick in den Betrieb ist geschafft, Gespräche mit Berufsbildenden und Mitarbeitenden liegen hinter einem und vielleicht konnten sogar erste Aufgaben ausprobiert werden. Viele Jugendliche gehen danach nach Hause, lassen den Tag nochmals Revue passieren und warten gespannt auf eine Rückmeldung des Betriebs.


Genau an diesem Punkt bleibt jedoch häufig eine kleine, aber wirkungsvolle Handlung aus. Es folgt keine kurze E-Mail an den Lehrbetrieb.


Dabei könnte gerade diese Nachricht helfen, einen positiven Eindruck zu verstärken und Wertschätzung zu zeigen. Eine kurze Rückmeldung signalisiert, dass der Einblick in den Betrieb ernst genommen wurde und dass das Gespräch oder die Schnuppertage einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.


Fussballspielende Person vor dem Tor in einer schnellen Bewegung als Symbol für eine ungenutzte Chance im Bewerbungsprozess um eine Lehrstelle.
Manche Chancen liegen direkt vor dem Tor. Wer sie nicht nutzt, verpasst eine Möglichkeit. Ähnlich kann auch eine kurze Dankesmail nach dem Schnuppern oder Vorstellungsgespräch den Unterschied machen.

Warum eine Dankesmail nach dem Schnuppern sinnvoll ist


Eine Schnupperlehre oder ein Vorstellungsgespräch ist immer mit einem gewissen Aufwand verbunden. Mitarbeitende nehmen sich Zeit, erklären Abläufe, beantworten Fragen und ermöglichen einen Einblick in den Berufsalltag. Für Jugendliche ist es eine wichtige Gelegenheit, einen Beruf kennenzulernen. Für Betriebe bedeutet es gleichzeitig eine Investition von Zeit und Aufmerksamkeit.


Eine kurze Dankesmail nach dem Termin zeigt, dass diese Möglichkeit geschätzt wird. Sie vermittelt Interesse, Verbindlichkeit und Aufmerksamkeit. Gleichzeitig bietet sie die Gelegenheit, den eigenen Eindruck nochmals kurz zu formulieren und zu bestätigen, dass man sich eine Ausbildung im Betrieb vorstellen kann.


Idealerweise wird diese Nachricht innerhalb von etwa 24 Stunden nach dem Schnuppern oder dem Vorstellungsgespräch verschickt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Eindrücke auf beiden Seiten noch frisch und das Gespräch oder der Einblick in den Betrieb präsent.


Welche Wirkung eine solche E-Mail haben kann


Eine kurze Nachricht erfüllt mehrere Funktionen. Sie ruft Bewerbende nochmals in Erinnerung und zeigt gleichzeitig Wertschätzung gegenüber dem Betrieb. Darüber hinaus signalisiert sie Interesse an der Lehrstelle und bestätigt, dass der Einblick in den Betrieb positiv wahrgenommen wurde.


Gerade bei Lehrstellenbewerbungen können solche kleinen Signale eine Wirkung entfalten. Viele Betriebe führen Gespräche mit mehreren Jugendlichen oder ermöglichen mehreren Personen eine Schnupperlehre. Wenn mehrere Bewerbende einen ähnlichen Eindruck hinterlassen, können solche Gesten dazu beitragen, dass eine Person besonders positiv in Erinnerung bleibt.


Dabei geht es nicht um eine taktische Massnahme, sondern um eine authentische Form der Wertschätzung. Wenn ein Gespräch oder eine Schnupperlehre einen guten Eindruck hinterlassen hat, darf dies auch ausgesprochen werden.


Was in eine Dankesmail gehört


Eine solche Nachricht muss weder lang noch kompliziert sein. In den meisten Fällen reichen wenige Sätze, um Dank und Interesse auszudrücken.


Wichtig ist vor allem, sich für die Möglichkeit des Einblicks zu bedanken und kurz zu erwähnen, dass der Tag im Betrieb oder das Gespräch einen positiven Eindruck hinterlassen hat. Gleichzeitig kann man bestätigen, dass weiterhin Interesse an der Lehrstelle besteht.


Eine klare und freundliche Formulierung wirkt dabei oft überzeugender als lange oder sehr formelle Texte.


Ein Beispiel für eine kurze E-Mail


Eine mögliche Formulierung könnte so aussehen:


Guten Tag Frau Müller


Vielen Dank für die Möglichkeit, einen Einblick in Ihren Betrieb zu erhalten. Der Schnuppertag hat mir sehr gut gefallen und ich habe einen spannenden Eindruck vom Beruf und vom Team bekommen.


Ich könnte mir sehr gut vorstellen, meine Ausbildung in Ihrem Betrieb zu absolvieren.


Freundliche Grüsse

Max Muster


Eine solche Nachricht benötigt nur wenige Minuten Zeit, kann jedoch viel dazu beitragen, einen positiven Eindruck zu festigen.


Eine kleine Geste mit grosser Wirkung


Viele Jugendliche lassen diese Möglichkeit ungenutzt, obwohl sie sehr einfach umzusetzen wäre. Gerade nach einer Schnupperlehre oder einem Vorstellungsgespräch kann eine kurze Dankesmail jedoch eine wirksame Möglichkeit sein, Interesse zu zeigen und Wertschätzung auszudrücken.


Wer sich nach einem Einblick in einen Betrieb nochmals meldet, signalisiert Aufmerksamkeit, Verbindlichkeit und wirkliches Interesse an der Ausbildung. Genau diese Eigenschaften werden im Berufsalltag geschätzt und können dazu beitragen, dass eine Bewerbung positiv in Erinnerung bleibt.


FAQ: Dankesmail nach Schnupperlehre oder Vorstellungsgespräch


Ist eine Dankesmail nach dem Schnuppern notwendig?

Eine solche Nachricht ist nicht zwingend erforderlich. Viele Betriebe nehmen sie jedoch positiv wahr, weil sie Wertschätzung und Interesse zeigt.


Wann sollte die E-Mail verschickt werden?

Idealerweise innerhalb von 24 Stunden nach der Schnupperlehre oder dem Vorstellungsgespräch. Zu diesem Zeitpunkt ist der Eindruck des Treffens noch frisch.


Wie lang sollte eine Dankesmail sein?

Eine Dankesmail sollte kurz und klar formuliert sein. In der Regel reichen wenige Sätze, um Dank und Interesse auszudrücken.




Bildquelle:

Unsplash / Jannes Glas


Literatur und Informationen:

  • Müller, Romano. Berufswahl und Lehre: Berufliche Orientierungs- und Entscheidungsprozesse bei ausländischen und schweizerischen Jugendlichen. Bern: hep Verlag.

  • SDBB – Schweizerisches Dienstleistungszentrum Berufsbildung | Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (Hrsg.). Planet Beruf: Von der Bewerbung zur Lehrstelle. Bern: SDBB Verlag.

  • Yousty AG. Informationen zur Lehrstellenbewerbung und Schnupperlehre. Zürich: yousty.ch.

  • Schweizerisches Dienstleistungszentrum Berufsbildung | Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung SDBB. Informationen zur Lehrstellenbewerbung. Bern: berufsberatung.ch.


Hinweis zum Inhalt:

Dieser Beitrag basiert auf persönlichen Erfahrungen aus der Begleitung von Jugendlichen bei Lehrstellenbewerbungen sowie auf Beobachtungen aus Schnupperlehren und Bewerbungsprozessen in der Schweizer Berufsbildung.

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